Frau leidet unter Migräne

Migräne, Spannungskopfschmerzen oder Cluster-Kopfschmerzen: Das sind die Unterschiede

Pochende Schläfen, starker Druck, hämmernde Schmerzen – mal einseitig, mal beidseitig: Kopfweh kann sehr unterschiedlich sein. Lesen Sie, welche drei Typen der primären Kopfschmerzen es gibt und wie Sie mit ihnen umgehen.

Fast alle Menschen hatten schon einmal Kopfschmerzen: Sie pochen, drücken, ziehen. Bei den Allermeisten verschwinden sie innerhalb weniger Stunden und kommen nicht regelmäßig zurück. Bei anderen sind die Kopfschmerzen chronisch und so schlimm, dass sie ihren Lebensalltag einschränken.

In diesem Text geht es um die sogenannten primären Kopfschmerzen. Das sind all die Kopfschmerzen, die keine äußeren Ursachen (wie Unfälle) haben und auch nicht Symptome anderer Krankheiten sind. Primäre Kopfschmerzen werden in drei Kategorien eingeteilt: Spannungskopfschmerzen, Migräne und Cluster-Kopfschmerzen. Spannungskopfschmerzen sind am häufigsten, Cluster-Kopfschmerzen kommen selten vor.

Symptome erkennen und Kopfschmerzen unterscheiden

Diese Symptome sind typisch für Spannungskopfschmerzen:

  • Der Schmerz ist dumpf, eher leicht und meist auf beiden Kopfseiten.
  • Die Dauer variiert von einer Stunde bis zu einigen Tagen.
  • Bewegung oder körperliche Arbeit machen die Schmerzen nicht schlimmer.

Eine Migräne erkennen Sie an diesen Symptomen:

  • Die Schmerzen sind stärker als bei Spannungskopfschmerzen.
  • Sie fühlen sich hämmernd oder pulsierend an und kommen in Schüben.
  • Betroffen ist meistens der vordere Kopfteil.
  • Oft sind die Schmerzen nur auf einer Seite des Kopfs.
  • Die Attacken dauern einige Stunden bis einige Tage.
  • Betroffene sind in dieser Zeit empfindlich auf Licht, Geräusche und Gerüche.
  • Manchen ist übel oder sie müssen sogar erbrechen.
  • Bewegung verschlimmert die Schmerzen.
  • Vor den Kopfschmerzen erleben manche Migräne-Patienten Funktionsausfälle, genannt Aura. Meistens ist die Sehkraft betroffen: Das rechte oder linke Auge sieht nicht mehr oder nur noch eingeschränkt. Die Symptome klingen in der Regel innerhalb einer Stunde von alleine ab.

Wenn Sie solche Kopfweh-Attacken mehr als fünfmal hatten, sprechen Ärzte von einer Migräne.

Folgende Symptome deuten auf Cluster-Kopfschmerzen hin:

  • Ein plötzlicher stechender, einseitiger Schmerz
  • Betroffen ist vor allem der Bereich um das Auge und an der Schläfe.
  • Auf der schmerzenden Seite tränt bei manchen das Auge und die Nase läuft.
  • Die Cluster-Kopfschmerzen sind die stärksten. Sie dauern einige Minuten bis wenige Stunden. Dafür kommen sie innerhalb eines Zeitraums (einige Tage bis Wochen) gehäuft vor.
  • Bei manchen Menschen, die an Cluster-Kopfschmerzen leiden, nehmen die Schmerzen durch Bewegung ab.

Ursachen der Kopfschmerzen

Wenn Sie nur selten leichte Kopfschmerzen haben, die Sie in Ihrem Leben nicht einschränken, müssen Sie diese nicht therapieren lassen. Bei starken oder häufigen Kopfschmerzen sollten Sie zu Ihrem Hausarzt gehen.

Warum manche Menschen Kopfschmerzen haben, ist nicht endgültig geklärt.

Spannungskopfschmerzen können durch Stress und durch Verspannungen der Muskeln am Nacken und an den Schultern entstehen. Meistens sind die Ursachen allerdings nicht klar zu erkennen.

Bei Migräne geht die Forschung von einer erblichen Veranlagung als Ursache aus. Während der Attacke funktioniert die Schmerzregulation nicht richtig: Ganz normale Reize wie Licht oder Geräusche werden überempfindlich wahrgenommen. Verantwortlich dafür ist eine Region im Hirnstamm, genannt Migräne-Zentrum. Aktiviert wird es vermutlich, weil Nervenzellen in der Hirnregion überaktiv sind.

Migräneauslösende Trigger sind:

  • Hormonschwankungen, wie bei der Menstruation
  • Unterzuckerung und Hunger
  • Stress, Trauer, Angst aber auch große Freude
  • zu viel oder zu wenig Schlaf
  • Nahrungsmittel, die Serotoninausschüttung bedingen, wie Rotwein, Käse und Schokolade
  • flackerndes Licht
  • Wetterveränderungen
  • Medikamente

Bei vielen Migräne-Patienten werden die Attacken dann ausgelöst, wenn mehrere der Trigger zusammenkommen.

Auch die Ursachen der Cluster-Kopfschmerzen sind ungeklärt. Möglich ist, dass eine genetische Veranlagung Schuld ist. Manche Medikamente, Nikotin und Alkohol können die Kopfschmerzen triggern, wenn Sie sich in einer aktiven Phase befinden. Wann und warum diese Phasen auftauchen, ist unklar.

Kopfschmerzen: Diagnose der verschiedenen Arten

Die Diagnose stellt Ihr Arzt nach einem Gespräch. Er befragt Sie über die Dauer und Häufung Ihrer Schmerzen, wo sich die Schmerzen befinden und wie sie sich anfühlen. Auch über Vorerkrankungen oder Unfälle sollten Sie reden. Führen Sie im Vorfeld zum Termin am besten ein Kopfschmerz-Tagebuch: Halten Sie darin fest, an welchen Tagen Sie Schmerzen haben, wie lange, wie intensiv, wo der Schmerz ist und wie er sich anfühlt. So können Sie auf die Fragen Ihres Arztes genau antworten.

Bei der Diagnose müssen andere Erkrankungen ausgeschlossen werden. In manchen Fällen sind bei Cluster-Kopfschmerzen und Migräne weitere Untersuchungen notwendig, wie MRT, CT und Ultraschall-Untersuchungen.

Kopfschmerzen behandeln und vorbeugen

Spannungskopfschmerzen:

Viele Menschen mit Spannungskopfschmerzen nehmen Schmerztabletten. Sie lindern den Schmerz und können deshalb eine gute, kurzfristige Lösung sein. Allerdings haben Schmerztabletten Nebenwirkungen und lösen beispielsweise Magenprobleme aus. Wenn Sie Schmerztabletten zu häufig einnehmen, können die Kopfschmerzen sogar öfter auftreten. Nehmen Sie Schmerzmittel regelmäßig und an mehr als zehn Tagen im Monat? Dann sprechen Sie darüber unbedingt mit Ihrem Arzt.

Versuchen Sie, den Kopfschmerzen vorzubeugen:

  • Ist Ihr Nacken oder der Schulterbereich oft verspannt, machen Sie Entspannungsübungen und dehnen Sie sich.
  • Vermeiden Sie, wenn möglich, Stress und etablieren Sie einen regelmäßigen Schlafrhythmus
  • Trinken Sie genügend Wasser.
  • Manchen Menschen helfen bei Spannungskopfschmerzen Spaziergänge an der frischen Luft. Sie können auch etwas Pfefferminzöl auf die Schläfen geben.

Bei Migräneanfällen sollten Sie sich möglichst in einem ruhigen, dunklen Raum hinlegen. Schmerzmittel (nicht-steroidale Antirheumatika wie Ibuprofen) und Medikamente gegen Übelkeit helfen. Außerdem gibt es spezielle Migräne-Medikamente (Triptane und Ergotamine).

Cluster-Kopfschmerzen

Bei Cluster-Kopfschmerzen sollten Sie versuchen, die Auslöser der Schmerzattacken zu finden und zu meiden. Es gibt einige Medikamente, die Ärzte zur vorbeugenden Behandlung einsetzen, sie haben jedoch starke Nebenwirkungen.

Gegen die Schmerzen der Cluster-Kopfschmerzen helfen normale Schmerzmedikamente nicht. Eine hilfreiche Linderung erzielen viele durch reinen Sauerstoff. Dieser wird mittels Atemmaske direkt eingeatmet. Außerdem gibt es einige Migräne-Medikamente, die auch bei Cluster-Kopfschmerzen wirksam sind. Die Arzneistoffe wirken als Nasenspray schneller als Tabletten.